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Groß angelegte Rettungsübung im Gemeindeholz

Schweren Waldunfall simuliert / Gutes Zusammenspiel der Rettungskräfte

Am Sonntagnachmittag haben auf Anregung des Chamer Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) die FFW Stamsried und der Malteser Hilfsdienst Rötz unter Realbedingungen einen umfangreichen Einsatz simuliert.

Zwei schwere Waldunfälle in letzter Zeit in der Region, waren für den Rodinger Revierleiter Markus Koch Grund genug, das Zusammenspiel von Hilfskräften bei einem durchaus realistischen Schreckenszenario zu üben. Dargestellt wurde ein schwerer Unfall bei der Waldarbeit: ein Waldarbeiter ist mit Baumfällarbeiten beschäftigt als eine Kindergruppe, die sich auf Wandertag befindet vorbeikommt. In diesem Moment fällt der Baum nicht wie beabsichtigt hangaufwärts, sondern in die andere Richtung. Er begräbt den Waldarbeiter und zahlreiche Kinder unter sich. Ort des Geschehens war der Gemeindewald Nahe dem Wanderweg 69 im Markt Stamsried, in der Nähe des Naturerlebnisdorfes. Die Einsatzleitung der groß angelegten Rettungsübung lag in den Händen vom Kommandant der FFW Stamsried Oliver Weiß und Josef Königsberger vom MHD Rötz. Forstoberrat Werner Schuhbach vom Chamer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begrüßte die zahlreiche Zuschauer die das Geschen interessiert verfolgten. Er verwies auf die Bedeutung eines Motorsägekurses um Brennholzselbstwerber auf die Gefahren im Umgang mit der Motorsäge aufmerksam zu machen und entsprechend zu schulen. Aussagen wie: "Mir ist noch nie etwas passiert." oder "Ich säge schon 20 Jahre und habe nie eine Schnittschutzhose gebraucht." zeugen nur von der Unwissenheit des Motorsägenführers, der in letzter Konsequenz nicht nur sich sondern auch seine Mitmenschen in (Lebens)Gefahr bringt. Motorsägenkurse zur Qualifizierung von Waldbesitzern werden regelmäßig vom AELF Cham angeboten. Für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gestaltet sich bei Waldunfällen besonders die Anfahrt schwierig. Meist liegt der Unglücksort in unwegsamen Gelände so das die Fahrt mit den schweren Einsatzfahrzeugen nicht möglich ist. Peter Tretter, Fachkraft für Betriebssicherheit bei der Forstverwaltung Bayern verwies auf ein weiteres Problem: die Orientierung. Häufig ist es schwierig und zeitraubend Rettungskräfte an den Unfallort heranzuführen. Schwere Unfälle erfordern zudem schnellstmögliche Hilfe. Kommt beides zusammen, wird es kritisch. Die Bayerische Forstverwaltung wird mit dem landesweiten Projekt "Rettungskette-Forst" ein Treffpunktsystem entwickeln, um Waldbesitzer in Fällen von Arbeitsunfällen zu unterstützen. Zusätzlich soll die "Rettungskette-Forst" auch für alle Personen die sich im Wald in ihrer Freizeit aufhalten nutzbar sein. In einem Pilotprojekt werden derzeit an drei Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Weichen gestellt. Wesentlicher Bestandteil der Rettungskette sollen beschilderte Fahrzeugtreffpunkte, so genannte „T-Punkte“ sein. Sie sollen an strategisch günstig gelegenen Waldausfahrten und an den von Erholungssuchenden stark frequentierten Ausflugszielen bzw. Wanderparkplätzen zu finden sein. So wird dann z.B. auch der zuständige Rettungshubschrauber alle T-Punkte der Rettungskette in seinem internen Navigationssystem hinterlegt haben, so dass langwierige Einweisungen in dichten Waldgebieten entfallen. Im Fall des simulierten Waldunfalls in Stamsried lag den Einsätzkräften noch keine T-Punkte vor. Deshalb war es äußerst wichtig, das die als erste am Unfallort eingetroffene FFW Stamsried mit Fahrzeugen und Personal den Weg für die weiteren Einsatzkräfte gewiesen hatte. Dafür gab es Lob vom Malteser-Chef Joseph Königsberger. Wer als erster an der Unfallstelle eintrifft hat zunächst wichtige Informationen wie z.B. Lageangaben und die Anzahl und Schwere der Verletzten. Umsichtig machten sich die Feuerwehrkameraden an die Bergung des Waldarbeiters mittels Rettungsschere. Andere kümmerten sich bis zum Eintreffen des medizinischen Fachpersonals um die Kinder, brachten Unverletzte zur Seite und beruhigten kindgerecht die „Verletzten“. Auch die unter Schock stehende Lehrerin bekam besondere Fürsorge. Mittels Lautsprecheranlage wurde die Übung Markus Wolkner (Rettungsdienst) und Markus Koch (Forstrevier) moderiert. Schließlich war auch die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft durch eine Mitarbeiterin vertreten die unter anderem Informationen zum Anzeigen eines Unfalls gab.

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Stamsried ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Cham in Bayern, Sitz der Verwaltungs-gemeinschaft Stamsried und staatlich anerkannter Erholungsort.

Stamsried hat eine Fläche von 43 Quadratkilometern, etwa 2.200 Einwohner und die Gemarkungen Asbach, Diebersried, Dörfling, Friedersried, Großenzenried, Hitzelsberg, Kollenzendorf und Stamsried.

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